Fragebogenaktion am 5. Mai 2017

Eine Gruppe Teilnehmer die in die Kamera lächelt

Am Montag war weltweiter Tag der Behinderten. Der Zusammenschluss »Wundernetz« nahm sich diesen Tag zum Anlass, um auf die Verwirklichung einer behindertengerechten Amberger Innenstadt hinzuweisen. Zwei Vertreter der soziotherapeutischen Einrichtung »Haus Rabenholz«, einer davon der Bewohnervertreter Holger Patrik Junghans, die andere Person der Autor dieses Beitrags, nahmen sehr gerne an diesem Projekt teil.

Hier in unserer offenen Wohnform haben wir, unter anderem, eine Bewohnerin, die auf eine Beinprothese und bei längeren Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Als wir in der Fußgängerzone von Amberg ankamen, zusammen mit der Rednerin Monika, standen schon einige Personen bereit um an dieser vehement, gravierenden Situation für geh- und teilweise motorisch gestörte, körperlich Behinderte einen Tag lang teilzuhaben.

Monika hielt eine Rede, die jedoch teilweise, wegen der Geräuschkulisse, schwer zu verstehen war. Vertreter der Lokalpresse und -politik waren ebenfalls anwesend. Herr Junghans verteilte die original Wundernetz-Herzbrezen, die dem Logo vom Wundernetz nachempfunden waren an die teilnehmenden Passanten und Personen.

Wir wurden von den Organisatoren in Teams aufgeteilt, die Minimum einen Gehbehinderten enthielten. Bei unserem Team, das aus 6 Menschen bestand,
war das Werner, ein älterer Mann, der sehr freundlich auf mich wirkte. Unser Koordinator Bernd hatte, durch das viele Kopfsteinpflaster, einiges zu tun, als er Werner durch die Innenstadt schob.

Der eigentliche Sinn des Projektes bestand darin, 4 Stationen abzugehen:
– ein Eiscafe
– eine radiologische Praxis
– die Kirche direkt in der Amberger Innenstadt
– ein Sportbekleidungsgeschäft

Wir bekamen Fragebögen, die vom Infowerk entwickelt wurden, mit auf den Weg und ein orangefarbenes Steigungsdreieck, das den Zweck hatte einen Auffahrwinkel für Rollstühle messbar zu machen. Denn viele Geschäfte liegen nicht ebenerdig, gerade gebaut und so kostet es einige Kraft, den Rollstuhl aufwärts, über einen ansteigenden Weg, bis in die Örtlichkeiten hinein zu schieben.

Wir waren insgesamt 3 Stunden beschäftigt um die Lokalitäten zu besuchen, Ansprechpartner der jeweiligen, festgelegten Stationen zu interviewen und uns, mit dieser doch, für gehfähige Leute, ungewohnten Situation auseinanderzusetzen. Die ausgewählten Orte und deren Teilnehmer am Projekt waren uns sehr offen und konstruktiv gesinnt und gaben bereitwillig Informationen preis, z. B. ob sie zukünftig Behindertengerechte Verbesserungsmöglichkeiten in Betracht ziehen.

Denn, diese Sache muss hier auch erwähnt werden, eine körperliche Behinderung kann jeden treffen und alle sind im Grunde genommen auf eine Wohlfühlatmosphäre beim Einkaufen, bei Arztbesuchen, Unterwegs allgemein, bei einem Ausflug und bei etwaigen anderen Erledigungen angewiesen.

Lisa List

Ein Gedanke zu „Fragebogenaktion am 5. Mai 2017“

  1. Vielen Dank für diesen informativen und gut verständlichen Artikel. Durch so einen Bericht wird man erst aufmerksam gemacht. Wer keine Behinderung hat macht sich oft keine Gedanken über alltägliche Situationen. Bitte mehr solche Berichte!!!

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