Fingerspitzengefühl ertastet in der Schilderfabrikation Moedel

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Wir haben heute die Schilderfabrik Moedel besucht. Viele Menschen in Amberg verbinden den Namen Moedel noch mit Spielsachen, weil die Familie Moedel jahrelang und auch heute noch einen Laden für Spielwaren in der Innenstadt hat. Aber nein, Moedel macht auch Schilder. Und zwar in zwei Fabriken im Industriegebiet Immenstetten.
Wir besuchten heute die Fabrik 2 und diese wurde uns sehr interessant vom Juniorchef Hr. Martin Moedel gezeigt.
Uns wurden verschiedene Schilder, z.B. Hinweisschilder gezeigt. Auch die Fertigung und das Lager durften wir uns anschauen.
Ich habe viele Fotos gemacht.
Am Ende gab es noch eine Brotzeit.
Oliver Kuhn

Zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes sind barrierefreie Zugänge im öffentlichen Raum Voraussetzung für die Selbstständigkeit der Menschen mit Handicaps.

Wie finden Menschen mit erheblichen Seheinschränkungen aber  ihren Weg durch die Stadt oder in einer Behörde das richtige Zimmer?

Eine Gruppe aus dem Wundernetz hatte sich aufgemacht, Antworten auf diese Fragen zu bekommen und ist fündig geworden in der Schilderfabrikation Moedel.

Als Einstimmung für die Führung hatten alle erst einmal Brillen aufgesetzt, die die Sicht sehr einschränkten (Foto), um ein Gespür zu bekommen, wie man sich so die Welt „ertasten“ muss.

Im öffentlichen Raum und auf der Straße fallen zunehmend die Leitstreifen, die die Richtung vorgeben,  mit den Noppenfeldern an Gefahrenstellen und Kreuzungen auf. Die veränderte Bodenstruktur wird von sehbehinderten Menschen mit dem Langstock oder den Füßen wahrgenommen.

Neben den Bodenindikatoren braucht es aber auch in Gebäuden taktile Lagepläne, die in das richtige Stockwerk oder den Gang führen,  Türbeschilderungen mit Braille-, der Blindenschrift, oder taktiler Schrift und Handlaufbeschriftungen.

Die Firma Moedel hat sich neben der Fabrikation herkömmlicher Beschilderungen ein Spezialbereich mit Lösungen für barrierefreie Ausstattung von Gebäuden geschaffen. Bespiele dafür konnte die Wundernetz-Gruppe bei der Führung durch die Werkräume besichtigen und ertasten.

Die Firma hat mit  40 Mitarbeitenden auch einige darunter mit Behinderungen. Nach Aussage des Chefs hat das Unternehmen mit diesen Mitarbeitern bisher nur positive Erfahrungen gemacht.

Nach der Führung wurden bei einem Imbiss noch viele Fragen an den Firmenchef gestellt, bevor alle wieder, jetzt mit einem anderen „Blick“ und Einfühlungsvermögen für sehbehinderte Menschen, ihren Weg nach Hause antraten.

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